Partnergemeinde Argenbühl besucht Radeburg
Rüdiger Stannek, Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins
Es war wieder einmal so weit. Elf Gäste aus Argenbühl kamen zum turnusmäßigen Besuch am 30. April in unsere Stadt.
Es war natürlich wieder mal Stau auf der A4, zudem „raste“ ein kanadischer Militärkonvoi mit 60 über die Autobahn, sodass die Gäste leicht verspätet ankamen und die Eröffnung der Kneipennacht mit dem Aufstellen des Maibaumes leider verpassten. Aber das Versäumte wurde durch intensiven Gebrauch der Kneipennacht schnell nachgeholt. Unsere Gäste erwiesen sich als ausdauernde, kontaktfreudige und gesellige Mitmenschen, denen die Heinrich-Zille-Kneipennacht mit ihren vielen Angeboten sehr gefallen hat. Heinrich Zille war ihnen nicht bekannt, sodass spontan eine Info-Veranstaltung im Heimatmuseum angesetzt wurde, wo Herr Rösler, wie gewohnt fach- und sachkundig die Besucher über den Pinselheinrich, sein Leben und sein Wirken in Kenntnis setzte. Das Bier aus dem Wasserhahn lief ebenso flüssig durch die Kehlen wie die Drinks in der Sturmklause, um nur wenige derjenigen Stationen der Kneipennacht zu nennen, die von den Gästen bis nach Mitternacht ausgiebig genutzt wurden.
Am Freitag wurde deshalb erst um 9:30 Uhr mit einer Führung durch die Heinrich-Zille-Oberschule gestartet. Diese erfolgte durch den Schulleiter (und stellvertretenden Bürgermeister) Michael Ufert in gewohnter überzeugender Manier. Erläutert wurden der Baufortschritt und die weiteren Pläne. Vor allem aber zeigte Michael Ufert wie das Lehrerkollektiv aktiv an der Gestaltung ihrer Schule, deren Bau, Ausstattung und Organisation mitgearbeitet, ihre Vorstellungen eingebracht und durchgesetzt hat, wofür unsere Gäste hohe Anerkennung zollten.
Danach ging es mit der Kleinbahn bei schönstem Wetter nach Berbisdorf. Dort Mittagessen im liebevoll gestaltetem Schlosscafé mit anschließender Führung durch das Schloss durch Frau Strehle, die eindrucksvoll erläuterte wie viel Tatkraft, Liebe und wohl auch Geld in dieses Herzensprojekt geflossen ist und wohl noch lange fließen wird. Somit ist aus einem Schandfleck ein Schmuckstück, eine Zierde des Ortsbildes geworden.
Weiter ging es direkt zur Berbisdorfer Kirche, deren Geschichte und Bau von Herrn Stecher und weiteren Gemeindegliedern vorgestellt wurde.
Danach Besichtigung des neuen Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr Berbisdorf. Der stellvertretende Wehrleiter Stefan Hähre übernahm Führung und Erklärung, die mit einem lebhaften Erfahrungsaustausch mit den Gästen einherging.
Am Abend fand dann das schon traditionelle Vereinsfest statt, zu welchem alle Vereinsmitglieder eingeladen sind, die das Fest mitgestalten und zu einem schönen Höhepunkt des Vereinslabens machten. Mit Grillwurst, selbstgemachten Salaten und Kuchen sowie vom Bäckermeister (und stellvertretenden Bürgermeister) Michael Schöne gesponserten Backwaren gestärkt wurde mit Gesang nach Gitarre von Annette Naumann ein sehr lustiger Abend verbracht.
Deshalb ging es am nächsten Tag auch erst wieder um 9:30 Uhr nach Haselbachtal los zur Besichtigung der Schauanlage und Museum der Granitindustrie in Häslich, wo uns Frau Boden, die langjährige Bürgermeisterin der Gemeinde Haselbachtal in Empfang nahm. Sehr anschaulich und eindrucksvoll wird dort die schwere Arbeit zur Gewinnung von Granit über die vielen Jahre des Betriebes der Lausitzer Granitsteinbrüche dargestellt. Kleiner Spaß nebenbei: Eine kurze Fahrt mit der dortigen Feldbahn. Bemerkenswert ist, dass dieses wunderbare, informative und großflächige Museum in ehrenamtlicher Arbeit betrieben und erhalten wird.
Auf der Rückfahrt wurde noch die herrliche Aussicht vom Keulenberg genossen verbunden mit Erläuterungen zur Geschichte der Vermessung Sachsens, bei welcher der Keulenberg einen wichtigen Vermessungspunkt bildete.
Am Nachmittag wurde das Museum der Architektur an der Via Regia, die von Kiew über Königsbrück (u.A.) nach Spanien verläuft. Das Museum zeigt maßstabs- und vorbildgerechte Modelle wichtiger Bauten entlang dieser Straße in Polen und Deutschland. Im beachtlichen Maßstab 1:25 konnte man so manches Gebäude in vielen Details bestaunen. Vor manchem dieser Gebäude hat man zwar schon einmal gestanden, aber niemals alle architektonischen Einzelheiten erkennen können. Imposant ist der Detailreichtum der Modelle sowie Fingerfertigkeit und Einfallsreichtum bei deren Gestaltung.
Der Abschluss des Besuchs war das Partnerschaftstreffen in Keiligs Weinstube, wo die Vereinsmitglieder unsere Gäste zum Dinner einluden, welches dank der ausgezeichneten Küche, der leckeren Weine und des schönen Gartens zu einem sehr launigen Erlebnis wurde.
Der Partnerschaftsverein Radeburg e.V. setzt auf das breite Mitwirken der Vereinsmitglieder, deren Einsatz und deren Ideen, um eine lebendige Partnerschaft nicht nur anonym zwischen den Städten, sondern vor allem zwischen den Bürgern zu vermitteln. Dank der Initiative unserer Mitglieder, die sich sehr intensiv um unsere Gäste gekümmert haben, konnte ein sehr erlebnisreicher Besuch organisiert werden.
Liebe Mitglieder!
Dafür allerherzlichsten Dank! Der Dank gilt allen, auch denjenigen, die in diesem Bericht nicht namentlich genannt werden konnten.
Im nächsten Jahr (irgendwann zwischen Ostern und Pfingsten) feiern wir in Argenbühl das 35-jährige Partnerschaftsjubiläum. Zu dieser Reise nach Argenbühl sind alle Mitglieder, aber auch interessierte Bürger herzlich eingeladen. Der Argenbühler Freundeskreis gibt sich mindestens die gleiche Mühe wie unser Verein um uns als Gästen einen erlebnisreichen Aufenthalt zubereiten. Es lohnt sich also unbedingt hinzufahren!
Mit nochmals bestem Dank an alle Mitstreiter
Rüdiger Stannek
Vorsitzender
Impressionen 1: Oberschule Radeburg – Berbisdorf, Schloss, Kirche, FFW – Vereinsfest
Impressionen 2: Häslich, Granitschauanlage – Keulenberg – Museum Via Regia – Partnerschaftstreffen
Fotos: Andreas Wunsch
